

Das „Herzschlag-Logo“ von Audi, „Sa-nos-tol“, „Nichts geht über Bärenmarke ...“ Schon bei den ersten Klängen bekannter Audio-Logos tauchen die dazu gehörigen Marken vor unserem inneren Auge auf, auch ohne Blickkontakt. Besonders einprägsame Soundlogos und Markenjingles avancieren teils sogar zu Evergreens, die Generationen überspannen. Auch Beispiele für starkes Audio-Branding, und dennoch nur Leitmelodien in der komplexen Klangwelt einer Marke.
Akustische Markenführung, die alle relevanten akustischen Touchpoints auf die Marke synchronisiert, ist noch eine junge Disziplin. Umso hilfreicher, wenn die Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten von Audio-Marketing von einem Experten erklärt werden – anschaulich und nachvollziehbar strukturiert. Der Autor Stephan Vincent Nölke ist Gründer und Geschäftsführer von comevis, spezialisiert auf das „hörbare Erleben von Unternehmen, Marken und Produkten“. Und das bringt mehr als einen akustischen Touchpoint zum Klingen – die aktuelle Spannweite reicht von modernen telefonischen Dialogmöglichkeiten, Sprachportalen und mobilen Diensten über vielfältige Online-Einsatzfelder sowie klassische Radio- und TV-Spots bis hin zum Point of Sale und Point of Information.
„Und ALLE haben eins gemeinsam: Sie sprechen mit lauter Stimme für Ihr Unternehmen. Wobei sie bei den allermeisten Unternehmen noch ‚mit vielen Stimmen sprechen’ und auch ganz unterschiedliches aussagen, weil die auditiven Kommunikationsströme noch nicht synchronisiert sind. Und das ist verwirrend für den Kunden, gibt ihm kein Vertrauen, kein gutes Gefühl, keine Orientierung.“ Eine bisher verpasste Chance, denn: „Erst wenn jedes Kommunikationsinstrument den richtigen Ton in der richtigen Tonlage zum richtigen Zeitpunkt trifft, wird ein gutes Konzept daraus, mit einem Hörerlebnis, welches aktiviert und positiv im Gedächtnis haftet.“
Zu Beginn erläutert Nölke den Kontext – wahrnehmungspsychologische Grundlagen wie z.B. die Dimensionen des akustischen Sinns, Gründe für seine hoch emotionale Wirkung, welche emotional-affektiven Assoziationen via Instrumentierung ausgelöst werden können. Auf Basis seines Erfahrungsschatzes versetzt sich der Autor dabei in den Leser und greift dessen Informationsbedürfnis in Form von Fragen auf, beispielsweise „Was ist das Ziel von Audio-Branding?“ ... unter anderem „Differenzierung, Promotion und Identifikation einer Marke unter klanglichen Aspekten“ und „den Wert dieser Marke nach verschiedenen Parametern kontinuierlich zu erhöhen, was sich unmittelbar in der Durchsetzbarkeit höherer Preise, in höheren Eroberungsraten, größerer Kunden- und auch Mitarbeiter-Loyalität und letztlich auch in mehr Profit auszahlt.“
Die Reise durch die Welt der markenstrategischen Klänge führt u.a. weiter über die Erläuterung der verschiedenen Module des Audio-Brandings und -Marketings, u.a. Corporate Voice, Anforderungen an das akustische Design, Benefits eines ganzheitlichen, umfassenden Klangkonzepts und die Anwendungsgebiete des Audio-Marketings. Besonderes Augenmerk gilt dem Audio-Interface-Design an den hoch frequentierten Kontaktpunkten Telefon und Internet. Auch für den Laien nachvollziehbar werden die verschiedenen Stationen des Produktionsprozesses entfaltet, zudem Tipps gegeben, wie man den richtigen Kompetenzpartner findet, und rechtliche Grundlagen geklärt. Checklisten und Beispiele runden das Buch ab. Ein lesenswerter Ratgeber, der aufhorchen lässt und die Ohren öffnet.
Das 1x1 des Audio-Marketings
Der Navigator für Audio-Branding und Audio-Interface-Design
Stephan Vincent Nölke
Edition Comevis
Köln, 1. Auflage 2009
Brosch., 166 Seiten, 14,95 Euro
ISBN: 978-3-000-26868-7
Jetzt auch als eBook (14,60 Euro): https://www.amazon.de/dp/B005PZ85H0
Nützliche Gratis-Checklisten zum Thema unter
http://www.comevis.com/checklisten/index.html