
Multisensorisches Marketing nutzt die aktuellen Erkenntnisse der Neuroökonomie, um den Marketingprozess effektiver und effizienter zu gestalten.

Neben den Optimierungsmöglichkeiten von Klang, Geruch, Haptik, Geschmack und Form auf Produktebene bezüglich Qualitätsempfinden, Nutzerfreundlichkeit und Ästhetik, nutzt multisensorisches Marketing die Erkenntnis der multisensorischen Verstärkung.
Multisensorische Verstärkung besagt, dass unser Gehirn die gleiche Botschaft, die uns zeitgleich über mehrere Sinne erreicht, schneller und bis zu 10-fach intensiver verarbeitet als ein isoliert ankommendes Signal. Multisensorisch codierte Unternehmenskommunikation erreicht so eine schnellere Wiedererkennung und stärkere Differenzierung im Wettbewerb.
Zusätzlich entsteht durch das Phänomen der (unechten) Synästhesie eine hohe kommunikative Effizienz: Einmal gelernte, multisensorisch codierte Inhalte können über semantische Netzwerke durch nur einen monosensorischen Reiz in ihrer Ganzheit wieder in Erinnerung gerufen werden.
Seit den Arbeiten des Nobelpreisträgers für Ökonomie, Daniel Kahneman, tritt die Bedeutung impliziter Signale für unsere Entscheidungsfindung in den Fokus des Marketings. Es zeigt sich, dass das implizite, emotionale System der eigentliche Entscheidungsträger ist und unser explizites, reflektierendes Bewusstsein "nur" dazu dient, die durch das implizite System gefällten Entscheidungen zu überprüfen.
Multisensorisches Marketing erzeugt über die Optimierung der Leistung, sowie der Steuerung der expliziten und impliziten Signale, ganzheitlich überzeugende Produkterlebnisse und nachhaltig wirksame Kommunikation.
beschreibt die konsequente Orientierung der Gestaltung und Steuerung der sensorischen Signale aller Unternehmensaktivitäten an der Wahrnehmung der Kunden mit dem Ziel, Qualitätsempfinden zu optimieren sowie multisensorische Kommunikationsmuster crossmedial konsistent zu kommunizieren, um die absatzpolitischen Unternehmensziele zu erreichen.
(Hartmann, 2009)